Hilfe, die ankommt: Neuer Fonds für Alleinerziehende beschlossen

Alleinerziehende stemmen jeden Tag eine enorme Last: Kinder großziehen, arbeiten gehen, die Familie zusammenhalten und das alles alleine. Wenn dann noch Unterhaltszahlungen ausbleiben, geraten viele in tatsächliche Not. Niemand sonst ist in Österreich so stark von Armut betroffen.
Im Nationalrat wurde daher der neue Unterstützungsfonds für Alleinerziehende beschlossen. Er startet am 1. Juli 2026 und hilft endlich dort, wo das bisherige System versagt hat.
35 Millionen Euro pro Jahr für Alleinerziehende
Der Fonds ist mit 35 Millionen Euro jährlich ausgestattet. Davon profitieren über 12.000 Kinder und Jugendliche in Österreich.
Die Unterstützung richtet sich an drei Gruppen:
Wer keinen Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss bekommt, etwa weil der unterhaltspflichtige Elternteil krank ist, sein Aufenthaltsort unbekannt ist oder eine Exekution als aussichtslos gilt, erhält künftig monatlich 240 Euro pro Kind. Das sind rund 7.500 Personen jährlich.
Gewaltbetroffene Alleinerziehende, denen es nicht zugemutet werden kann, Unterhalt einzufordern, erhalten ebenfalls monatliche Unterstützung und zusätzlich eine Starthilfe von bis zu 4.000 Euro als Einmalzahlung. Das Geld soll helfen, sich aus einer gefährlichen Situation zu lösen. Betroffen sind rund 1.500 Personen jährlich.
Alleinerziehende, deren Kinder nach dem Tod eines Elternteils keine Hinterbliebenenleistung erhalten, weil der verstorbene Elternteil zu wenig Versicherungsmonate aufweist, bekommen ebenfalls Unterstützung. Das betrifft rund 3.850 Personen jährlich.
Ein wichtiger Schritt, hart erkämpft
Die Einkommensgrenze liegt bei 2.768 Euro netto monatlich, mit einer Einschleifregelung für knapp darüber liegende Einkommen. Die Leistungen werden für jeweils zwölf Monate zuerkannt. Die monatlichen Zahlungen werden auf die Sozialhilfe angerechnet, die Starthilfe für Gewaltbetroffene nicht.
Das Vorhaben wurde lange verhandelt und ist in vielen Punkten ein Kompromiss, aber ein sichtbarer. Jahrelang wurde Alleinerziehenden Hilfe versprochen. Jetzt wird sie umgesetzt.
Die Abwicklung des neuen Fonds soll ab Juli über das Sozialministeriumservice erfolgen.
