Digitaler Euro: Europas Antwort auf das Bezahlen von morgen

Der digitale Euro ist ein großes Thema in Europa und sorgt für viele Fragen. Bargeld bleibt geschützt und wird weiterhin ein wichtiges Zahlungsmittel in Österreich sein. Der digitale Euro soll vielmehr eine kostenlose Ergänzung darstellen, eine moderne, digitale Möglichkeit zu bezahlen, die neben Bargeld existiert und mehr Unabhängigkeit von internationalen Großkonzernen bringt.
Die Idee hinter dem digitalen Euro
Ein digitaler Euro wäre eine elektronische Form des Geldes, ausgegeben von der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken des Euroraums. Er funktioniert ähnlich wie der Euro, den wir heute kennen, ist aber komplett digital. Das bedeutet: Man kann damit im Geschäft, im Internet oder zwischen Personen Geld senden oder empfangen, ohne physische Münzen oder Scheine zu nutzen. Der digitale Euro wäre also kein neues „virtuelles Spielzeuggeld“, sondern echtes Geld, nur in digitaler Form.
“Bargeld bleibt ein zentrales Zahlungsmittel in Österreich – heute wie in Zukunft. Der digitale Euro soll es ergänzen, nicht ersetzen und den Menschen ein ebenso sicheres, staatlich garantiertes Zahlungsmittel im digitalen Raum zur Verfügung stellen.”— Markus Marterbauer
Warum führen wir ihn ein?
Unsere Welt wird immer digitaler. Viele Menschen zahlen heute bereits regelmäßig ohne Bargeld, etwa mit dem Smartphone oder der Bankkarte. Trotzdem gibt es derzeit keine digitale Form des Euro, die für alle im gesamten Euroraum einheitlich und sicher nutzbar ist. Genau hier setzt der digitale Euro an: Er soll ein europäisches öffentliches Zahlungsmittel sein, das den Bürgerinnen und Bürgern ein modernes, sicheres und einfaches Bezahlsystem bietet, das unabhängig von privaten, oft außereuropäischen Anbietern wie großen Kreditkartenfirmen funktioniert.
Ein weiterer Vorteil: Der digitale Euro soll im gesamten Euroraum funktionieren, auch wenn man ins Ausland fährt oder online einkauft, ähnlich wie Bargeld heute, nur in digitaler Form.
Sicherheit und Datenschutz
Viele Menschen sorgen sich um ihre Daten. Anders als bei manchen bestehenden digitalen Bezahlsystemen wird der digitale Euro nicht dazu genutzt, einzelne Personen oder ihre Einkäufe „auszuspionieren“. Die Nutzung des digitalen Euros soll so gestaltet werden, dass weder die EZB noch nationale Zentralbanken einzelne Nutzerinnen und Nutzer identifizieren können. Genaues Design und technische Regeln stehen noch zur politischen und rechtlichen Entscheidung, aber der Schutz der Privatsphäre ist ausdrücklich ein Ziel des Projekts.
So funktioniert der digitale Euro im Alltag
Stellen Sie sich vor, Sie bezahlen mit einer App oder einem digitalen Wallet auf dem Smartphone, ähnlich wie heute mit einer Bankkarte. Der digitale Euro kann für Zahlungen in Geschäften, online oder auch für Überweisungen zwischen Personen verwendet werden. Anders als manche andere digitale Zahlungsformen soll er auch ohne Internetverbindung funktionieren, ähnlich wie echtes Bargeld. Gleichzeitig würde er offen und zugänglich für alle sein, nicht nur für Bankkundinnen und Bankkunden, und soll grundsätzlich gebührenfrei nutzbar sein.
Was bedeutet das für Österreich und Europa?
Die Einführung des digitalen Euros ist ein größeres Projekt, bei dem derzeit auf EU-Ebene die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Erste Pilotphasen könnten bereits Ende des Jahrzehnts stattfinden, vorausgesetzt, das EU-Parlament und der Rat stimmen dem Rahmen zu. Ziel ist nicht, Bargeld zu ersetzen, sondern ein modernes, sicheres und europäisches Zahlungsmittel für das digitale Zeitalter zu schaffen, das für alle Menschen im Euroraum verfügbar ist.
Der digitale Euro steht also für Innovation und Fortschritt, mit dem Ziel, Bezahlen im Alltag einfacher, sicherer und unabhängiger zu machen, ohne dabei das gewohnte Bargeld zu ersetzen.
