Die Pension ist verdient: Weiterarbeiten als Freiwilligkeit

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, hat sich seine Pension verdient.
Ab 2027 soll es sich finanziell stärker auszahlen, wenn man weiter arbeiten möchte. Mit der neuen Aktivpension wird für Einkommen aus aktiver Arbeit ein Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 Euro im Monat beziehungsweise 15.000 Euro im Jahr geschaffen. Zusätzlich gibt es eine Entlastung bei den Pensionsversicherungsbeiträgen: Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entfällt der eigene Beitrag zur Pensionsversicherung, für Selbstständige gibt es eine entsprechende Entlastung.
Die Regelung gilt sowohl für Menschen, die ihren Pensionsantritt aufschieben, als auch für jene, die bereits eine Alterspension beziehen und weiterarbeiten. Für Personen, die bereits eine Pension beziehen und dazuverdienen, gelten zusätzliche Voraussetzungen bei den Versicherungszeiten. Grundsätzlich sind dafür 40 Versicherungsjahre vor dem Pensionsantritt notwendig. Für Frauen gelten aufgrund der schrittweisen Anhebung des Regelpensionsalters Übergangsbestimmungen.
Noch vor wenigen Wochen sprach sich FPÖ-Chef Herbert Kickl dafür aus, steuerliche Anreize für Menschen zu schaffen, die freiwillig über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeiten. Bei der nun beschlossenen Aktivpension, die genau solche steuerlichen Entlastungen vorsieht, stimmte die FPÖ im Nationalrat jedoch nicht zu.
Freiwilligkeit steht im Mittelpunkt
Wichtig ist dabei: Das gesetzliche Pensionsantrittsalter wird durch die neuen Maßnahmen nicht angehoben. Wer in Pension gehen möchte, kann das weiterhin tun. Wer freiwillig länger arbeitet, soll hingegen bessere finanzielle Bedingungen vorfinden. Davon können auch Menschen mit kleineren Zuverdiensten profitieren.
Ein konkretes Beispiel zeigt die Wirkung: Bei einer Bruttopension von 1.700 Euro und einem zusätzlichen Einkommen von 500 Euro im Monat ergibt sich laut Berechnungen des Finanzministeriums eine Entlastung bei Steuern und Abgaben von rund 1.630 Euro im Jahr.
Mehr Chancen für ältere Beschäftigte
Die Aktivpension ist aber nur ein Teil des Pakets. Denn längeres Arbeiten setzt auch voraus, dass ältere Menschen entsprechende Möglichkeiten am Arbeitsmarkt haben. Ab 2027 werden daher jährlich 100 Millionen Euro zusätzlich für Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik bereitgestellt. Damit soll insbesondere die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitssuchender unterstützt werden.
Ein öffentliches Älterenbeschäftigungsmonitoring soll außerdem regelmäßig zeigen, wie sich die Beschäftigung von älteren Menschen entwickelt. Dafür werden konkrete Ziele festgelegt. Arbeitgeber in Branchen mit einer niedrigen Beschäftigungsquote von 60- bis 64-Jährigen sollen zudem jährlich über bestehende Unterstützungsangebote informiert werden.
Zusätzlich wird ein Arbeitsmarkt-Transformationsfonds geschaffen und dauerhaft finanziert. Er soll dabei helfen, Menschen bei größeren Veränderungen am Arbeitsmarkt zu unterstützen. Gerade wenn sich Berufe durch neue Technologien und wirtschaftlichen Wandel verändern, sind Weiterbildung und neue berufliche Perspektiven wichtig.
Erfahrung weiterhin nutzen
Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringen viel Erfahrung und Wissen mit. Wenn sie dieses Wissen freiwillig länger einbringen möchten, sollten dafür gute Rahmenbedingungen vorhanden sein.
Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass Menschen während ihres gesamten Berufslebens gesund und unter guten Bedingungen arbeiten können. Die Pension bleibt verdient und wer freiwillig länger arbeitet, soll auch finanziell davon profitieren.
