Kurzdebatte: Klimaschutz und Industrie. Die Zukunft wird nicht warten

Klimaschutz oder Arbeitsplätze? In der Kurzdebatte im Nationalrat stand genau diese Frage im Mittelpunkt. Anlass war eine FPÖ-Anfrage zur Klimaneutralität 2040 und zu möglichen Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und Industrieproduktion.
In meiner Rede habe ich deutlich gemacht: Klimaschutz und eine starke Industrie gehören zusammen. Entscheidend ist, den Wandel so zu gestalten, dass gute Arbeitsplätze in Österreich bleiben.
Neue Technologien sind auch eine wirtschaftliche Chance
Der weltweite Umbau der Energieversorgung und der Industrie ist längst im Gang. Technologien rund um erneuerbare Energie, Elektrifizierung und klimafreundliche Produktion werden international zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor.
China zeigt, wie stark wirtschaftliche Interessen dabei eine Rolle spielen. Investitionen in Elektroautos, Batterien, Wind- und Solartechnik sind nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch Teil einer industriepolitischen Strategie.
Für Europa und Österreich bedeutet das: Wir müssen selbst investieren, Innovation ermöglichen und dafür sorgen, dass neue Technologien auch bei uns entwickelt und produziert werden.
Wind und Sonne schicken uns keine Gasrechnung
Eine stärkere Nutzung heimischer erneuerbarer Energie ist auch eine Frage der Unabhängigkeit. Weniger Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern kann dazu beitragen, Österreich widerstandsfähiger gegenüber internationalen Krisen und Preisschwankungen zu machen.
Natürlich müssen Windkraft, Photovoltaik und andere Energieprojekte vernünftig geplant werden und auf Mensch und Natur Rücksicht nehmen. Gleichzeitig braucht die Industrie ausreichend Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen. Auch die Bundesregierung verbindet das Ziel der Klimaneutralität mit Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung.
Industriearbeitsplätze sind keine Zukunftsmusik
Die industrielle Transformation betrifft nicht nur abstrakte Klimaziele. Dahinter stehen konkrete Betriebe und vor allem Beschäftigte: Facharbeiter:innen, Techniker:innen, Ingenieur:innen und Lehrlinge.
Deshalb müssen die Menschen bei diesem Wandel im Mittelpunkt stehen. Es braucht Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung ebenso wie Unternehmen, die investieren und neue Technologien in Österreich entwickeln und produzieren.
Auch auf europäischer Ebene wird der Übergang zur Klimaneutralität mit erheblichen Veränderungen am Arbeitsmarkt verbunden. EU-Unterlagen gehen davon aus, dass der Wandel, bei entsprechender politischer Begleitung, bis 2030 zusätzliche Beschäftigung schaffen kann und gleichzeitig einen hohen Bedarf an neuen Qualifikationen und Fachkräften mit sich bringt.
Stillstand schützt keinen Arbeitsplatz
Die technologische Veränderung findet statt, unabhängig davon, ob sie uns gefällt oder nicht. Die entscheidende Frage ist deshalb, wo die Technologien der Zukunft entwickelt werden, wo investiert wird und wo die damit verbundenen Arbeitsplätze entstehen.
Als Gewerkschafter ist für mich klar: Wir dürfen Beschäftigten nicht erklären, dass sie vor dieser Zukunft Angst haben müssen. Wir müssen ihnen die Möglichkeit geben, Teil dieser Zukunft zu sein.
Denn Stillstand schützt keinen Arbeitsplatz. Eine starke Industriepolitik muss dafür sorgen, dass Österreich den Wandel mitgestaltet, mit leistbarer Energie, innovativen Betrieben, gut ausgebildeten Beschäftigten und starken Industriearbeitsplätzen.
