Die neue Industriestrategie 2035 für Österreich

Österreichs Industrie steht vor großen Herausforderungen, die unseren Wirtschaftsstandort unter Druck setzen und die Art, wie produziert und gearbeitet wird, verändern. Mit der Industriestrategie Österreich 2035 hat die Bundesregierung darauf eine umfassende Antwort formuliert und einen klaren Zukunftsplan vorgelegt.
Das Ziel: Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand sichern
Ziel der Strategie ist es, den Industriestandort Österreich langfristig zu sichern, weiterzuentwickeln und international wieder ganz nach vorne zu bringen. Bis zum Jahr 2035 soll Österreich zu den zehn wettbewerbsfähigsten Industrienationen der Welt zählen. Dieses Ziel ist bewusst ambitioniert gewählt, denn die Industrie bleibt ein zentraler Motor für Wohlstand, Beschäftigung und soziale Sicherheit in unserem Land.
Die Strategie folgt dabei einem klaren Grundsatz: Wirtschaftlicher Erfolg, technischer Fortschritt und ökologische Verantwortung sollen kein Widerspruch sein, sondern einander ergänzen. Wettbewerbsfähigkeit wird als Voraussetzung gesehen, um Klimaschutz, soziale Sicherheit und Lebensqualität dauerhaft zu finanzieren. Bereits heute erwirtschaftet der industrienahe Sektor rund zwei Drittel der gesamten Produktionsleistung der österreichischen Volkswirtschaft und trägt maßgeblich zur Finanzierung des Sozialstaates bei.
Innovation als Schlüssel für die Industrie von morgen
Ein zentraler Schwerpunkt der Industriestrategie liegt auf Forschung, Technologie und Innovation. Österreich verfügt über eine starke industrielle Basis und eine leistungsfähige Forschungslandschaft. Dieses Potenzial soll gezielt genutzt werden, indem Zukunftstechnologien stärker gefördert und schneller in die industrielle Anwendung gebracht werden. Forschungsergebnisse sollen nicht im Labor verbleiben, sondern rascher zu marktfähigen Produkten und neuen Wertschöpfungsketten führen. Zu diesem Zweck wird ein Förderpaket von 2,6 Milliarden Euro bereit gestellt.
Leistbare Energie als Standortfaktor
Für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort sind verlässliche und leistbare Energiepreise entscheidend. Die Industriestrategie sieht daher Maßnahmen vor, um Unternehmen zu entlasten und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen. Investitionen in Netze, Speicher und neue Energietechnologien sollen Versorgungssicherheit gewährleisten und Abhängigkeiten reduzieren.
Eine sichere Energieversorgung wird damit nicht nur als ökologische Notwendigkeit, sondern als zentraler wirtschaftlicher Standortfaktor verstanden.
Qualifizierung als Schlüssel für eine zukunftsfähige Industrie
Die Industriestrategie setzt im Bereich Qualifizierung gezielt darauf, das bestehende Fachkräftepotenzial in Österreich besser zu nutzen und weiterzuentwickeln. Durch gezielte Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen wird die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gestärkt, der Fachkräftemangel bekämpft und eine langfristige Absicherung von Arbeitsplätzen erreicht.
Kernstück ist eine Qualifizierungsoffensive für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bereits in Betrieben beschäftigt sind, jedoch über keine oder keine branchenspezifische Ausbildung verfügen. Aufbauend auf erfolgreichen Modellen der Sozialpartnerschaft sollen diese Maßnahmen auf eine außerordentliche Lehrabschlussprüfung oder auf eine reguläre Lehrausbildung vorbereiten. Zentrale Voraussetzungen sind ein aufrechtes Arbeitsverhältnis, möglichst keine finanziellen Einbußen sowie eine gute Vereinbarkeit mit Betrieb und Wohnort.
Ergänzend dazu verfolgt die Industriestrategie das Ziel, Fachkräfte nachhaltig zu sichern und Arbeit attraktiver zu machen. Neue Ausbildungswege, zusätzliche Lehrberufe in Zukunftstechnologien sowie gezielte Weiterbildungsangebote stehen dabei ebenso im Fokus wie die bessere Nutzung bestehender Arbeitsmarktpotenziale. Gute Arbeit, Qualifizierung und klare berufliche Perspektiven bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Industriepolitik.
Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance
Die Industriestrategie 2035 verfolgt das Ziel, Produktion ressourcenschonender, effizienter und widerstandsfähiger zu gestalten. Kreislaufwirtschaft, Recycling und ein bewussterer Umgang mit Rohstoffen sollen dazu beitragen, Abhängigkeiten von Importen zu verringern und die Resilienz des Standorts zu stärken.
Ein häufiges Hindernis für Unternehmen sind langwierige Verfahren und komplexe Vorschriften. Die Industriestrategie setzt daher auch auf Entbürokratisierung.
Ein langfristiger Fahrplan für Österreichs Industrie
Die Industriestrategie 2035 ist kein kurzfristiges Maßnahmenpaket, sondern ein langfristiger Fahrplan. Ihre Umsetzung wird regelmäßig überprüft und angepasst, um auf neue wirtschaftliche und technologische Entwicklungen reagieren zu können. Im Kern geht es um sichere Arbeitsplätze, Innovationskraft und sozialen Zusammenhalt.
